Das Freiwillige Soziale Jahr beim ASB Mittel-Brandenburg

FSJlerin Frederike Karweina spricht über ihre Erfahrungen

Frederike Karweina absolviert ihr FSJ in der ASB-Wohnstätte für chronisch psychisch Kranke.

Zusammen mit den Bewohnern werden die Mahlzeiten für die zwei Gruppen der Einrichtung vorbereitet.

Nach dem Essen stehen verschiedene Aktivitäten, wie z. B. Gesellschaftsspiele, auf dem Programm.

Neben alltäglichen Hilfstätigkeiten gehören Spaziergänge mit den Bewohnern, die Begleitung zum Arzt oder die Besorgung von Medikamenten aus der Apotheke zum Aufgabenbereich eines FSJlers.

Gemeinsame Gespräche mit den Bewohnern gehören ebenfalls zu den Aufgaben eines FSJlers.

Dankbar zeigt sich eine Bewohnerin über die Unterstützung von Frederika Karweina bei hauswirtschaftlichen Aufgaben, wie Wäsche einräumen oder Zimmerreinigung.

in gemeinsamen Gesprächen mit Einrichtungsleitung und Kollegen werden Aufgaben und Erkenntnisse ausgewertet, über Probleme gesprochen und Lösungsansätze entwickelt.

Einrichtungsleiterin Meike Berger freut sich über die zuverlässige, zielstrebige und empathische Arbeitsweise ihrer FSJlerin.

Nach dem Abitur entschied sich Frederike Karweina aus Wildau für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim ASB Mittel-Brandenburg. Die 21-Jährige wollte sich sozial engagieren und etwas zum Gemeinwohl beitragen. Gleichzeitig sollte die „Auszeit“ dazu dienen, sich selbst weiter zu entwickeln und den richtigen Weg ins Berufsleben zu finden. Das FSJ bot dazu ideale Gelegenheiten.

Das FSJ ist ein freiwilliges, soziales Lern- und Bildungsjahr in Deutschland und Österreich für Jugendliche und junge Erwachsene. Es bietet die Chance, Gutes zu tun und zugleich die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Als Orientierungshilfe für die berufliche Zukunft gewährt ein FSJ einen Einblick in verschiedene, soziale Berufsfelder und dient der Überprüfung der persönlichen Eignung für den ausgewählten Tätigkeitsbereich. Neben vielerlei Erfahrungen mit anderen (hilfebedürftigen) Menschen bringt ein FSJ jede Menge Spaß und Freude.

Frederike Karweina entschied sich für die ASB-Wohnstätte für chronisch psychisch Kranke in Königs Wusterhausen, in der 20 Menschen ein neues Zuhause finden. Hier wird die Eigenständigkeit der Bewohner durch verschiedene Aktivitäten gefördert, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Mit verschiedenen Hilfstätigkeiten unterstütze Frederike die Arbeit in der Behindertenhilfe auf vielfältige Weise.

 

Frederike, warum hast du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden?

Frederike: Nach dem Abitur habe ich mich gefragt, wie es nun weiter geht. Da ich noch keine richtigen Pläne hatte, habe ich mich für eine Pause entschieden. Ich wollte gerne etwas machen, was mich weiterbringt. Ich wollte etwas Gutes tun und Verantwortung übernehmen. 

Hast du dich auch schon vor deinem FSJ sozial engagiert?

Frederike: Ich habe mich vier Jahre lang bei Jugendfeiern engagiert, meine Jugendleiter-Card gemacht und war Betreuerin in Ferienlagern und Wochenend-Camps. 

Warum hast du dich für den ASB entschieden und wie lange bist du nun schon dabei?

Frederike: Auf der Suche nach einem geeigneten FSJ-Platz habe ich im Internet recherchiert. Die Internetseite des ASB Mittel-Brandenburg wurde mir sofort angezeigt und das war für mich sehr ansprechend. Die Vorstellung, mein FSJ 12 Monate beim ASB zu machen, schien mir deshalb sehr richtig. Und das war es auch, denn aus 12 Monaten wurden letzten Endes 18 Monate.   

Warum hast du dich für die Behindertenhilfe entschieden?

Frederike: Für mich war die Behindertenhilfe eine größere Herausforderung. Ich wollte meine persönlichen Grenzen austesten und das schien mir bei der Behindertenhilfe realistischer als zum Beispiel in einem Kindergarten.

Du hast dich für die Wohnstätte für chronisch psychisch Kranke entschieden – warum sollte es genau diese Einrichtung sein?

Frederike: Als ich zu meinem Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, hat der erste Eindruck gleich gestimmt. Ich habe sofort gemerkt, dass ich hier hingehöre und die Chemie stimmt.

Welche Herausforderungen bot das FSJ für dich?

Frederike: Für mich war die größte Herausforderung, dass man mit Dingen konfrontiert wird, die man aus seiner Umgebung sonst nicht kennt. Mit den verschiedenen Krankheiten der Bewohner umzugehen, war anfangs schwer und man wird mit dem schweren Thema Tod konfrontiert.

Welche Aufgaben hast du in deinem FSJ übernommen?

Frederike: Ich habe mich hauptsächlich mit den Bewohnern beschäftigt, Skip-Bo, Rummikub oder Bingo gespielt. Außerdem war ich für die Vorbereitung von Frühstück, Mittag, Vesper beziehungsweise Abendessen verantwortlich. Ich habe gerne für verschiedene Anlässe, wie Weihnachten, Sommerfest oder Ostern, mit den Bewohnern gebastelt. Natürlich gehörten andere Aufgaben, wie Wäschewaschen oder mal einen Besen in die Hand zu nehmen, auch dazu.  

Was gefiel dir besonders gut in deinem FSJ?

Frederike: Meine Aufgaben und der Umgang mit den Bewohnern waren für mich sehr erfüllend. Das Besondere an meiner Arbeit war aber das gesamte Team. Ich hatte super viel Glück. Ich denke, es ist nicht selbstverständlich, dass man sich so wohl fühlt, wie ich in meiner Zeit als FSJlerin.

Was gefiel dir eher weniger?

Frederike: Ein Job in der Behindertenhilfe ist anspruchsvoller, als er erscheinen mag. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und man muss sich auf kurzfristige Veränderungen, wie Krankheitsfälle der Kollegen, aber auch auf die Emotionen der Bewohner einstellen. Dies ist nicht immer einfach und man muss flexibel auf Situationen reagieren können.

Hattest du einen Ansprechpartner während deines FSJ und Kontakt zu anderen FSJlern?

Frederike: Durch die Seminare, an denen man als FSJler teilnimmt, hatte ich Kontakt zu anderen FSJlern in verschiedenen Einrichtungen. Aber ich konnte mich auch in meiner eigenen Einrichtung mit anderen FSJlern über meine Erfahrungen austauschen. Außerdem standen mir meine Kolleginnen und Kollegen, wie auch die Einrichtungsleitung stets als Ansprechpartner zur Verfügung, so dass man immer ein offenes Ohr fand.

Was war dein schönstes oder emotionalstes Erlebnis in deinem FSJ?

Frederike: Meine schönsten Erlebnisse waren Momente wie das Sommerfest, da sie mit jeder Menge Spaß verbunden waren. Auch Weihnachten war für mich etwas ganz Besonderes. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Weihnachten verschwendet ist, nur weil man arbeiten musste. Es war genau so herzlich und warm, wie bei uns zuhause. In meiner Zeit als FSJlerin sind leider zwei unserer Bewohner gestorben. Das waren sehr einschneidende Erlebnisse, aber die Kollegen waren besonders in solchen Zeiten immer für mich da.

Entsprach das FSJ deinen Erwartungen?

Frederike: Ich muss ehrlich sagen, ich hatte keine wirklichen Erwartungen oder Vorstellungen. Das war mir alles sehr neu, aber ich hätte es mir nie so positiv vorgestellt. Ich habe so viel in diesem Berufsfeld gelernt und werde weiter im sozialen Bereich arbeiten. 

Was nimmst du aus deinem FSJ für die Zukunft mit? 

Frederike: Dass ich später in einem Beruf arbeiten möchte, wo ich das Gefühl habe, etwas Sinnvolles für den Menschen zu machen und gebraucht zu werden. 

Hat dich das FSJ verändert?

Frederike: Ich bin auf jeden Fall selbstbewusster geworden. Mit bestimmten Situationen und Menschen kann ich jetzt anderes – besser – umgehen. Das verunsichert mich nicht mehr. In der Zeit, bin ich erwachsener geworden.

Welche Eigenschaften sollte man für soziale Berufe, wie z. B. in der Behindertenhilfe, mitbringen?

Frederike: Eigenschaften wie Toleranz und Geduld sind sehr wichtig. Man sollte offen für neue Sachen sein. In sozialen Berufen wird man mit allerhand neuen Dingen konfrontiert und wenn man dafür bereit ist, steht einem nichts mehr im Weg. 

Wie geht es für dich nach dem FSJ weiter?

Frederike: Nach dem FSJ mache ich eine Ausbildung als Erzieherin und würde danach gerne Soziale Arbeit studieren. Das ist mein Ziel.

Was möchtest du anderen FSJ-Interessierten mitgeben?

Frederike: Macht das! Gönnt euch eine Pause nach der Schule und findet heraus, was ihr für eure Zukunft wollt, welche eure Stärken und Schwächen sind. Ich verspreche, es bringt euch weiter. In der Zeit lernt ihr so viele tolle Leute kennen. Es lohnt sich.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Der ASB Mittel-Brandenburg bietet spannende FSJ-Plätze in den Bereichen Seniorenhilfe, Behindertenhilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe. Interessierte finden hier eine Übersicht über die noch zu vergebenden Stellen.

Zum Film über Frederikes Arbeit als FSJlerin in der ASB-Behindertenhilfe geht es hier.