Pony „Pauline“ besucht Menschen mit Demenz beim ASB Mittel-Brandenburg

Tiere als Herzensöffner und Brückenbauer

Bewohnerin Elfriede König begrüßt Pony „Pauline“ sichtlich erfreut.

Pony „Pauline“ besucht diejenigen am Bett, die aufgrund ihrer fortgeschrittenen Demenzerkrankung nicht mehr aufstehen können.

Ganz gelassen fährt „Pauline“ gemeinsam mit Besitzer Horst Weigang Fahrstuhl, um in die oberen Etagen der Pflegeeinrichtung zu gelangen.

Neugierig betritt Pony „Pauline“ mit Besitzer Horst Weigang die ASB-Pflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz in Ludwigsfelde. „Pauline“ ist dabei ganz gelassen, denn dies ist nicht ihr erster Besuch. Seit einiger Zeit kommen die Ponys regelmäßig in die Pflegeeinrichtung, nachdem Leiterin Daniela Seidlitz bei einem der traditionellen Sommerfeste der Einrichtung feststellte, wie gut die Bewohner auf die Ponys reagieren und wie gelassen die Tiere dabei bleiben. Die Tiere fahren Fahrstuhl und besuchen die Bewohner in den Gemeinschaftsräumen oder an ihrem Bett. So kommen auch diejenigen in Kontakt zu den tierischen Gästen, die durch die Demenzerkrankung stark eingeschränkt sind und ihr Zimmer selten verlassen können. 

Dass Tiere eine positive Wirkung auf Wohlbefinden und Lebensqualität von Menschen haben, ist längst bekannt. Die ehrliche, vorurteilsfreie und gutmütige Art der Vierbeiner hilft vor allem alten, kranken oder beeinträchtigten Menschen dabei, Vertrauen zu fassen und sich zu öffnen. Auch der ASB Mittel-Brandenburg schätzt die wohltuende Wirkung von Tieren. In der Pflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz in Ludwigsfelde, deren bauliche Struktur, Pflege und Betreuung speziell auf die Bedürfnisse Demenzkranker angepasst sind, wird großer Wert auf alternative Therapien gelegt. Dazu gehören neben Besuchs- und Therapietieren – wie Hunde, Ponys oder die hauseigenen Kaninchen, auch Gottesdienste, Klangschalentherapien und Clown WIDU vom Verein ROTE NASEN Deutschland.

Mit diesen Therapieformen kann der Medikamenteneinsatz so gering wie möglich gehalten und oftmals ein Zugang zur sonst verschlossenen Welt der Demenzkranken geschaffen werden. Insbesondere die Ponys lösen unterschiedliche Reaktionen bei den Bewohnern aus. Sie bringen ihren eigenen Geruch, Wärme, weiches Fell und die typischen Geräusche mit sich und begegnen den Bewohnern damit auf verschiedenen Sinnesebenen. Sie sind Herzensöffner, wecken Erinnerungen und bauen Brücken zwischen den Demenzkranken und den sie umgebenden Personen.

Heute begleitet Betreuungsassistentin Dorothea Schütz Pony „Pauline“ und Horst Weigang durch die Einrichtung. Im Gemeinschaftsraum treffen sie auf Bewohnerin Elfriede König, die sich sichtlich über den tierischen Besuch freut. Sie füttert „Pauline“ mit Möhren und krault sie liebevoll am Hals. Auch die anderen Bewohner werden von „Pauline“ begrüßt, ehe es in das Zimmer von Christa Pohle geht. Dazu muss „Pauline“ Fahrstuhl fahren. Dank ihres ausgeglichenen Charakters ist dies aber kein Problem.

Auf der oberen Etage angekommen, geht es direkt an das Bett von Frau Pohle. Dorothea Schütz begrüßt die bettlägerige Bewohnerin freundlich und kündigt „Pauline“ an. Für einen kurzen Moment scheinen die Augen der Bewohnerin zu leuchten als „Pauline“ ganz nah an ihrem Bett stehen bleibt.

„Oftmals erkennt man gerade bei stark dementiell erkrankten Personen nur an klitzekleinen Veränderungen im Gesichtsausdruck, kurz aufleuchtenden Augen oder einem minimalen Lächeln, dass wir die Tür zu inneren Welt der Bewohner geöffnet haben“, erklärt Dorothea Schütz. „Tiere bringen nicht nur Lebensfreude und Lachen zu unseren Bewohnern, sondern lenken auch vom Alltag ab“, führt sie fort.

Aus diesem Grund kommen die Ponys nun jeden Monat zu Besuch in die ASB-Pflegeeinrichtung für Menschen mit Demenz. Dabei achtet Besitzer Horst Weigang darauf, dass die Ponys nicht überlastet werden. An den Tagen, an denen die Ponys die Einrichtung besuchen, folgen den Einsätzen bei den Bewohnern daher lange Pausen auf der Wiese der Einrichtung.

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